Sein WegZwei Fächer, ein Talent
In der Schule war Marco nur in zwei Fächern gut: Sport und Kunst. Beides hat ihn hierher gebracht – auf Umwegen.
Warum Bonn? Da müsste ich meine Eltern fragen
Sein Vater kam als Gastarbeiter, arbeitete auf dem Bau, mal im Norden, mal in der Schweiz. Irgendwann bekam er hier einen Vertrag. 1980 zog die Familie nach Bonn-Castell, in die Nähe des Rheins und der Beethovenhalle. Marco war fünf.
Groß geworden im Verein
Er fing beim Bonner SC an. Fußball war sein erstes Zuhause außerhalb der Familie – ein Trainer, eine Mannschaft, jemand, der sagte, wo es langgeht, auch wenn man Mist gebaut hatte. Nach dem Training ging es weiter auf den Bolzplatz. Profi wollte er werden. Er wusste nur nicht, wie das geht.
Du kommst aus Bonn
Marco studierte Design in Düsseldorf. In einer Lehrveranstaltung über Hören und Radiowerbung sprach er kurz mit dem Professor. Der sagte sofort: Du kommst aus Bonn. Marco war fasziniert – dass man das an der Sprache hören konnte. Das Bönnsch, das er nie gelernt und trotzdem hatte.
Späte Befreiung, keine späte Berufung
25 Jahre lang gestaltete er Logos und visuelle Identitäten für kleine und mittelständische Unternehmen. Seit drei Jahren hat er ein eigenes Atelier auf der Römerstraße und arbeitet freier. Das Thema bleibt dasselbe: Identität. Nur ist es jetzt seine eigene. Ausstellungen macht er keine. Aber wer Lust hat, ihn kennenzulernen, ist eingeladen – dann gibt es eine Vernissage zu zweit.
Der schüchterne Mann mit den XXL-Karten
Als die Idee kam, das Spiel in Übergröße mitten in die Stadt zu tragen, war Marco sofort dafür – und sofort dagegen. Denn das hieß: rausgehen. Fremde ansprechen. Er hasst Präsentationen. Im Studium hatte er fast täglich präsentiert; er nennt es Therapie und Hölle zugleich. Aber die Idee war zu stark.
Leo hat ihn hingetragen
Beim ersten Mal nahm er seinen Sohn mit. Leo fing einfach an zu spielen. Und plötzlich ging es. Der Weg dorthin blieb schwer, sagt Marco, jedes Mal. Aber er wusste: Am Abend gehst du nach Hause, und es wird dich glücklich gemacht haben. Genau so kam es.