Zum Inhalt springen
Marco & Sascha

Zwei Zugezogene, 150 Unterstützer, eine Stadt

Der eine kam mit fünf aus Portugal. Der andere ist Düsseldorfer. Keiner von uns ist in Bonn geboren. Trotzdem haben wir 32 Motive dieser Stadt gezeichnet, gedruckt und in Schachteln gepackt – finanziert von über 150 Menschen, die 2018 für ein Spiel bezahlten, das es noch gar nicht gab. Und dabei haben wir mehr über Bonn gelernt als in all den Jahren davor.

Marco dos Santos Pina und Sascha Maynert mit dem Portrait, das Marco für Bonn.digital gezeichnet hat

Ein Spiel ist nur ein Vorwand. Was zählt, ist der Moment, in dem ein Kind und ein alter Mann über dieselbe Stadt reden.

Unser Antrieb
Wie alles begann

Es fing mit einem Nein an

Klick auf eine Station.

Marco und Sascha kennen sich über Jean-Camille Yakéléba. Er war Marcos Schulfreund und Saschas Personal Trainer – und ahnte, dass die beiden etwas miteinander anfangen könnten. Marco zeigt Ideen, die er umsetzen möchte. Sie verstehen sich auf Anhieb. Dann passiert erstmal ein Jahr lang nichts außer: reden.
Ein Jahr lang treffen sie sich freitags zum Essen. Sie tauschen sich aus. Was könnten wir gemeinsam machen? Lokal soll es sein, das steht früh fest. Die zündende Idee fehlt.
Nach dem Essen gehen sie in den Puppenkönig, lassen sich von Spielen inspirieren. Sascha geht zur Kasse und fragt, ob es ein Memo-Spiel über Bonn gibt. Der Kassierer sagt: Nein, haben wir nicht. Damit war es entschieden.
Marco hatte schon Spiele gebaut – nur für seine Kinder. Ein Memory mit Apfelmotiven, damit sein Sohn Obst isst: Wer ein Paar findet, darf ein Stück essen. Marco verlor. Der Sohn aß den Apfel. Marco war zufrieden.
Marco fotografiert, studiert, zeichnet. Erst dreidimensional – gefällt ihm nicht. Dann zeichnet er die Oper flach. Das gefällt. Also zeichnet er alles noch einmal. 28 Motive, bis zu acht Stunden pro Karte.
Sascha und Johannes von Bonn.digital sagen: Gebt uns zurück, was ihr für angemessen haltet, wenn alles geklappt hat. Sie warnen vor dem Tal des Todes in der Mitte jeder Kampagne. Fünf Minuten nach dem Workshop ruft die Bundeskunsthalle an.
Für die Lange Nacht der Museen bauen sie eine XXL-Version. Danach ziehen sie damit los: Hofgarten, Rheinaue, Rathaus. Sie spielen mit Fremden auf der Wiese, vergrößern die Abstände, spielen auf Zeit. Die Leute rennen.
Es kam, wie angekündigt. In der Mitte der Kampagne stockt es. Sie halten dagegen – fast in Vollzeit, sechs Wochen lang. Am Ende: über 150 Unterstützer und das Finanzierungsziel.
Die erste Produktionscharge entspricht nicht ihren Ansprüchen. Mit dem Geld der Community in der Hand stoppen sie die Auslieferung. Schweren Herzens, sagt Sascha, um die Unterstützer nicht zu enttäuschen. Produziert wurde in einer gemeinnützigen Einrichtung der Region – nicht in China, nicht bei einer Billigdruckerei.
Die erste Auflage ist restlos ausverkauft. Die Nachfrage bleibt. Sie finanzieren die zweite Auflage aus eigenen Mitteln – diesmal mit 32 Motiven, vier mehr als beim ersten Mal.
Die zwei dahinter

Wer zeichnet, wer verkauft

Portrait von Marco dos Santos Pina
Konzept, Illustration, Design

Marco dos Santos Pina

Jetzt weiß ich, warum ich im Studium den Schwerpunkt visuelle Identitäten gemacht habe.

Produkt- und Grafikdesigner, geboren in Portugal, aufgewachsen in Bonn. Er hat jedes der 32 Motive selbst gezeichnet – manche in acht Stunden, alle mindestens zweimal. Sein Thema ist Identität. Vermutlich, weil er lange nach der eigenen suchen musste.

Portrait von Sascha Maynert
Marketing, Vertrieb, Community

Sascha Maynert

Die Geschichte des Römerkrans kannte ich gar nicht – nach fünfzehn Jahren in dieser Stadt.

Unternehmer im Online-Marketing, gebürtiger Düsseldorfer, seit über fünfzehn Jahren in Bonn. Er stellte die Frage an der Kasse, die alles auslöste. Und er stoppte den Versand der ersten Auflage, als die Qualität nicht stimmte.

Ohne die hier wäre nichts

Menschen, die an uns geglaubt haben

Ein Spiel über eine Stadt kann man nicht allein machen. Man braucht Leute, die einen weiterschicken, wenn man nicht mehr weiß, wohin. Diese hier haben das getan, ohne zu fragen, was dabei für sie herausspringt.

KAN DJOH Intelligents

Jean-Camille Yakéléba

Ohne ihn gäbe es Bonn Memo nicht. Marcos Schulfreund, Saschas Personal Trainer – und der Mann, der die beiden zusammengebracht hat. Diplom-Sportwissenschaftler, in Bonn zu Hause. Er hat uns von Anfang an unterstützt, ohne je etwas dafür zu erwarten.

kandjoh.com
Bonn.digital

Sascha Foerster & Johannes Mirus

Sie schenkten uns 2018 ihren Crowdfunding-Workshop, bevor wir irgendetwas vorzuweisen hatten. Ihre Bedingung: Gebt uns zurück, was ihr für angemessen haltet, wenn alles geklappt hat. Sie warnten uns vor dem Tal des Todes in der Mitte der Kampagne. Es kam genau so.

bonn.digital
Socialbar Bonn

Ute Lange & Michael Münz

Beim Crowdfunding 2018 waren sie von der ersten Stunde an dabei. Seitdem haben sie uns immer wieder unterstützt, zu Vorträgen eingeladen und in ihrem Podcast Raum für unsere ganze Geschichte gegeben. Michael brachte uns zum DW Global Media Forum. Und Ute bewirbt Bonn Memo, als wäre es ihr eigenes Produkt.

Zum Podcast
Ludus Spielwaren & Struck

Bianca Quadt & Ulf Beyen

Mit ihren beiden Läden – Ludus Spielwaren in der Friedrichstraße und Struck schreiben-lesen-spielen in Beuel – kauften sie beim Crowdfunding 2018 das größte Handelspaket. Eine Wette auf ein Spiel, das es noch gar nicht gab. Und sie haben nie aufgehört: Bis heute platzieren sie Bonn Memo in beiden Läden so, dass man nicht daran vorbeikommt.

ludus-spielwaren.de
Crowdfunding 2018

190 Unterstützer

Sie haben für ein Spiel bezahlt, das es noch nicht gab. Als die erste Charge unseren Ansprüchen nicht genügte, haben wir die Auslieferung gestoppt – mit ihrem Geld in der Hand. Sie haben gewartet. Dafür sind wir bis heute dankbar.

Die ganze Crowdfunding-Geschichte
Das Portrait von Sascha und Johannes, gezeichnet im Bonn-Memo-Stil
Und was daraus wurde

Ein Portrait für Bonn.digital

Als Bonn.digital zehn Jahre alt wurde, hat Marco Sascha und Johannes gezeichnet. Im selben Stil wie die 32 Motive. Es war unsere Antwort auf ihre Frage von damals: Gebt uns zurück, was ihr für angemessen haltet. Seitdem fragen uns Menschen, ob Marco auch sie zeichnen würde. Ihren Laden. Das Haus, in dem sie aufgewachsen sind. Die Antwort ist ja.

Dein Motiv im Bonn-Memo-Stil