Sein WegDer erste Eindruck war schlecht
Bonn und Sascha begannen nicht als Liebesgeschichte. Es dauerte Jahre und einen Umzug, bevor aus einer fremden Stadt eine Heimat wurde.
Ein Schulausflug, der nichts versprach
Zum ersten Mal kam Sascha als Schüler nach Bonn, mit der Klasse, zu einem Ausflug ins Regierungsviertel. Er fand die Stadt grau und langweilig. Ein Düsseldorfer Urteil, gefällt in einem Nachmittag. Er hätte damals gewettet, dass er nie wiederkommt.
Eine Wohnung, die er nie gesehen hatte
Jahre später änderte sich die Lebenssituation, und mit ihr die Stadt. Der Umzugswagen fuhr nach Bonn, in eine Wohnung, die Sascha vorher nie betreten hatte. Am nächsten Morgen war er allein: Seine Partnerin musste für eine Woche fort. Alle Kisten standen noch da.
Das Musikerviertel im Morgenlicht
Also ging er raus, ziellos, durch das Musikerviertel. Alte Fassaden, ruhige Straßen, Bäume. Und irgendwo zwischen zwei Ecken kam der Gedanke, der alles änderte: Das ist aber schön hier. Der Ausflug von damals war ein Vorurteil gewesen. Die Stadt hatte er nie gesehen.
Wer sich einbringt, kommt an
Danach ging es schnell. Der Verein, die Nachbarschaft, das Ehrenamt. Sascha lernte Bonn nicht als Tourist kennen, sondern als jemand, der mitmacht. Er sagt heute: Wir sind hier gestrandet – aber wir sind mit dem Herzen geblieben.
Die Geschichte, die er selbst nicht kannte
Beim Bonn Memo lernte er die Stadt noch einmal neu. Der Römerkran zum Beispiel: eine Rekonstruktion einer Hebevorrichtung aus dem römischen Lager, wieder aufgebaut mit Spenden der Bonner. Sascha hatte davon nie gehört – nach über fünfzehn Jahren in dieser Stadt.