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Marketing, Vertrieb, Community

Sascha Maynert

Als Düsseldorfer kam er zum ersten Mal bei einem Schulausflug nach Bonn und fand es grauenhaft. Jahre später zog er hierher, ohne die Wohnung je gesehen zu haben. Am Morgen darauf stand er allein in einer fremden Stadt.

Wir sind in Bonn gestrandet, aber auch mit Herzen hiergeblieben.

Portrait von Sascha Maynert
GeborenDüsseldorf
In Bonn seit2004
BerufUnternehmer, Online-Marketing
SportTischtennis, SSF Bonn
Sein Weg

Der erste Eindruck war schlecht

Bonn und Sascha begannen nicht als Liebesgeschichte. Es dauerte Jahre und einen Umzug, bevor aus einer fremden Stadt eine Heimat wurde.

Ein Schulausflug, der nichts versprach

Zum ersten Mal kam Sascha als Schüler nach Bonn, mit der Klasse, zu einem Ausflug ins Regierungsviertel. Er fand die Stadt grau und langweilig. Ein Düsseldorfer Urteil, gefällt in einem Nachmittag. Er hätte damals gewettet, dass er nie wiederkommt.

Eine Wohnung, die er nie gesehen hatte

Jahre später änderte sich die Lebenssituation, und mit ihr die Stadt. Der Umzugswagen fuhr nach Bonn, in eine Wohnung, die Sascha vorher nie betreten hatte. Am nächsten Morgen war er allein: Seine Partnerin musste für eine Woche fort. Alle Kisten standen noch da.

Das Musikerviertel im Morgenlicht

Also ging er raus, ziellos, durch das Musikerviertel. Alte Fassaden, ruhige Straßen, Bäume. Und irgendwo zwischen zwei Ecken kam der Gedanke, der alles änderte: Das ist aber schön hier. Der Ausflug von damals war ein Vorurteil gewesen. Die Stadt hatte er nie gesehen.

Wer sich einbringt, kommt an

Danach ging es schnell. Der Verein, die Nachbarschaft, das Ehrenamt. Sascha lernte Bonn nicht als Tourist kennen, sondern als jemand, der mitmacht. Er sagt heute: Wir sind hier gestrandet – aber wir sind mit dem Herzen geblieben.

Die Geschichte, die er selbst nicht kannte

Beim Bonn Memo lernte er die Stadt noch einmal neu. Der Römerkran zum Beispiel: eine Rekonstruktion einer Hebevorrichtung aus dem römischen Lager, wieder aufgebaut mit Spenden der Bonner. Sascha hatte davon nie gehört – nach über fünfzehn Jahren in dieser Stadt.

Was ihn antreibt

Ein Spiel ist ein Vorwand

Bonn Memo verkauft keine Karten. Es sorgt dafür, dass Menschen über ihre Stadt reden. Zwei Momente haben Sascha das gezeigt.

Die Frage an der Kasse

Nach dem Essen im Tuscolo gingen Sascha und Marco in den Puppenkönig, um sich von Spielen inspirieren zu lassen. Sascha ging zur Kasse und fragte nach einem Memospiel über Bonn. Die Antwort: Nein, gibt es nicht. Es habe mal etwas gegeben, mit merkwürdigen Bildern. Es lief nie gut. Damit war die Sache entschieden.

Der Mann, der seinen Rücken vergessen hat

In der Rheinaue lag das XXL-Memo ausgebreitet. Ein alter Mann kam gebeugt vorbei und sagte, er könne nicht mitspielen, er komme nicht mehr runter. Dann fing ein Kind an, Karten aufzudecken. Und plötzlich rief der Mann: Nee, liegt da vorne! Wenige Minuten später kniete er auf dem Boden. Der Rücken war vergessen.

Warum sie den Versand stoppten

2018 kam die erste Produktion aus der Druckerei. Sie entsprach nicht ihren Ansprüchen. Das Geld der Community lag bereits auf dem Konto, die Unterstützer warteten. Sascha und Marco stoppten die Auslieferung trotzdem – schweren Herzens, wie Sascha sagt. Produziert wurde in einer gemeinnützigen Einrichtung der Region. Nicht in China. Nicht bei einer Billigdruckerei.

Wenn nicht Bonn Memo, dann Online-Marketing

Hauptberuflich ist Sascha Unternehmer im Online-Marketing. Er berät Praxen und Unternehmen, hält Vorträge, schreibt Bücher, macht Podcasts. Bonn Memo ist etwas anderes: kein Auftrag, kein Geschäftsmodell. Ein Herzensprojekt, das nebenher entstanden ist und geblieben ist.

maynert.de