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Integration und Bildung in Bonn mit Bonn Memo

Beim Memo braucht niemand die richtigen Wörter

Man erkennt oder man erkennt nicht. Wer die Karten umdreht, muss nichts erklären, nichts buchstabieren, keinen Satz bilden. Deshalb funktioniert Bonn Memo als Unterrichtsmaterial dort, wo Sprache noch eine Hürde ist – in Schulen, Kitas und Sprachkursen.

Die 32 illustrierten Motive von Bonn Memo im Raster

In Portugal war ich immer der Deutsche. Und hier war ich nie so richtig der Deutsche, sondern eher der Ausländer. Ich hatte immer beide Identitäten in mir.

Portrait von Marco dos Santos PinaMarco dos Santos Pina, Illustrator von Bonn Memo
Warum ein Memospiel

Warum ein Memospiel Integration fördert

Wir haben Bonn Memo nicht als Integrationsprojekt gebaut. Wir wollten ein Spiel machen. Was dann in Schulen, Kitas und auf der Wiese in der Rheinaue passierte, haben wir erst beim Zuschauen verstanden.

01

Sprache spielt keine Rolle

Beim Memo gibt es keine Spielanleitung, die man lesen muss, keine Karten mit Text, keine Frage, die man beantworten könnte oder auch nicht. Es gibt zwei Bilder, und entweder sie passen zusammen oder nicht. Wer erst seit drei Wochen Deutsch lernt, spielt gegen jemanden, der hier geboren ist – auf Augenhöhe. Manchmal gewinnt er.

02

Die Stadt wird zum Gesprächsanlass

Nach dem dritten Paar fragt jemand: Was ist das? Und dann erzählt der, der es weiß. Nicht weil ein Lehrplan es vorsieht, sondern weil er gefragt wurde. Ein Kind erklärt einem anderen das Bröckemännche. Das ist Unterricht, aber niemand nennt ihn so.

03

Wiedererkennen macht etwas mit Menschen

Wer eine Karte umdreht und denkt: Da war ich schon mal – der gehört für einen Moment dazu. Das gilt für Kinder, die neu in der Klasse sind, und für Erwachsene im Sprachkurs. Es ist ein kleines Gefühl. Aber es ist eins, das man nicht erklären muss.

04

Wir wissen, wovon wir reden

Marco kam mit fünf aus Portugal nach Bonn-Castell. Sascha zog als Düsseldorfer her, in eine Wohnung, die er vorher nie gesehen hatte. Keiner von uns ist hier geboren. Beide sind geblieben. Das Spiel ist nicht für Zugezogene gemacht – es ist von Zugezogenen gemacht.

Für die Praxis

So setzen Einrichtungen das Spiel ein

Wir schreiben euch nicht vor, wie ihr arbeitet. Aber vielleicht helfen ein paar Beobachtungen aus den Runden, die wir begleitet haben.

Kitaab 4 Jahren

Bevor Kinder lesen können

Ein Memospiel braucht keine Schrift – auch nicht bei Kindern, die zu Hause kein Deutsch sprechen. Die Motive schaffen Gesprächsanlässe: Wer war schon mal am Rhein? Wer kennt das Schiff? Aus zwölf Kartenpaaren wird eine halbe Stunde Sprachanlass, ohne dass jemand übt.

SchuleSachunterricht, DaZ

Erst spielen, dann nachlesen, dann hingehen

Das beiliegende Booklet beschreibt jeden Ort auf Deutsch und Englisch, dazu gibt es einen Stadtplan. Damit lässt sich das Spiel als Unterrichtsmaterial nutzen – für Sachunterricht in der Grundschule ebenso wie für Deutschförderkurse.

SprachkursErwachsene

Reden statt Grammatik

Wer als Erwachsener eine Sprache lernt, sitzt viel und spricht wenig. Beim Memo ist das umgekehrt. Und die Motive geben Anlass, über die Stadt zu reden, in der man gerade gelandet ist.

Konferenzinternational

Als niemand dieselbe Sprache sprach

Bei einer großen Medienkonferenz mit Gästen aus aller Welt haben wir das Spiel abends ausgelegt. Menschen aus völlig verschiedenen Ländern spielten zusammen, ohne eine gemeinsame Sprache zu brauchen. Es wurde gelacht, gestritten, getratscht. Und zwischendurch fragte jemand: Was ist das eigentlich, dieses Ding mit dem nackten Hintern? Dann erklärte es einer, der es wusste – und alle hörten zu.

XXLganze Gruppen

Wenn zwanzig gleichzeitig suchen

Die großformatige Variante liegt auf dem Boden oder auf Tischen. Die Abstände lassen sich vergrößern, und plötzlich rennen alle. Wir bringen sie mit, bauen auf und sind auf Wunsch dabei.

Drei Wege, das Spiel einzusetzen

Bonn Memo als Unterrichtsmaterial

Wir sind kein Bildungsträger und haben kein pädagogisches Konzept im Schrank. Wir haben ein Spiel, eine XXL-Version davon und die Bereitschaft, damit in eure Schule, Kita oder Einrichtung zu kommen.

Wir kommen vorbei

Bonn Memo XXL in eurer Einrichtung

Die Karten sind so groß, dass eine ganze Gruppe gleichzeitig spielt. Wir bringen sie mit, bauen auf und sind auf Wunsch dabei. In der Rheinaue haben damit schon Kinder und Rentner zusammen gespielt, die sich vorher nie begegnet wären.

Zum Behalten

Das Spiel für die Gruppe

32 Bildpaare, ein Booklet mit Kurzinfos zu jedem Ort, ein Stadtplan. Für Klassenräume, Gruppenräume, Wartebereiche. Bei mehreren Exemplaren sprecht uns an – für Bildungseinrichtungen finden wir eine Lösung.

Kostenlos

Ausmalbilder zum Ausdrucken

Vierzehn Motive als reine Umrisse, als PDF zum Herunterladen. Kein Aufwand, keine Anmeldung, keine Kosten. Wer ausmalt, schaut genauer hin – und fragt danach, was das eigentlich ist.

Was ein Kind sieht

Papa, da ist Bonn Memo

Wir waren im Park vor unserer Haustür unterwegs, mein Sohn im Buggy, als er plötzlich rief: Papa, da ist das Bonn-Memo-Münster! Ich sagte: Nein, das steht woanders. Er zeigte weiter. Und dann sah ich es – auf einem Bauzaun, als Silhouette. Er hatte es erkannt, ich nicht. Ein anderes Mal fuhren wir über die B9. Er entdeckte die Kunsthalle und freute sich, als hätte er einen Schatz gefunden. In dem Moment wusste ich: Wir haben mit dem Spiel alles richtig gemacht.

Portrait von Sascha MaynertSascha MaynertMitgründer von Bonn Memo

Sprecht uns an

Ob Schule, Kita, Sprachkurs, Nachbarschaftstreff oder Flüchtlingsinitiative – schreibt uns, was ihr vorhabt. Wir sagen ehrlich, ob wir helfen können. Und wenn Budget ein Thema ist, sagt es dazu.